Über Football

Das Spiel und die Regeln vom American Football einfach erklärt.

Dieses Video erklärt anhand des SuperBowls 45 grob die NFL-Regeln des American Football.
Quelle: www.pittsburghsteelers.de (https://www.youtube.com/watch?v=_jywuJsWwbs)


Um was geht es hier eigentlich?

Beim American Football geht es um Raumgewinn, sprich, darum Yards (Meter) zu machen. Die angreifende Mannschaft (Offense) hat 4 Versuche (Downs), den Ball 10 Yards weit nach vorne zu bewegen. Die Verteidiger (Defense) versuchen dies zu verhindern.

Hat die Offense es geschafft, durch einen Lauf- oder Passspielzug, 10 Yards zu überbrücken, bekommen sie 4 neue Versuche (Downs), man spricht von einem First Down. Wenn das gesamte Spielfeld überquert wurde und ein Spieler mit dem Ball in die Endzone gelangt ist, dann ist der sogenannte Touchdown gelungen! Die Offense bekommt 6 Punkte gutgeschrieben und kann mit einem Extrapunkt via Field Goal/PAT auf 7 Punkte verbessern oder noch einmal aus 10 Meter Entfernung 2 Extrapunkte erspielen.


Wer steht denn auf dem Platz?

Auf dem Platz stehen 11 Spieler der Offense und 11 Gegenspieler der Defense.

Die Offense gliedert sich in:

– Spielmacher/Quarterback: Das Zentrum der Offense. Der Quarterback führt die Spielzüge aus, also entscheidet, wer den Ball bekommt und auf welche Weise. Er hat den Überblick über das gesamte Spielfeld und die jeweiligen Spielzüge. Er muss sowohl werfen, als auch selbst laufen können. Quarterbacks sind Modelatlethen.

-Linemen: Die Jungs der Line sind große und sehr schwere Kaliber. Mindestens 5 stehen auf dem Platz. Sie reihen sich direkt vor dem Quarterback an der Anspiellinie (Line of Scrimmage) auf und sind der persönliche Schutz des QB’s. Wenn er denn Ball werfen will, versuchen die Linemen die Defense aufzuhalten und dem QB die nötige Zeit zu verschaffen, um einen genauen Pass zu werfen. Bei einem Laufspielzug ebnen die Linemen dem Runningback den Weg nach vorne und blocken die Defensespieler. Selbst mit dem Ball laufen, dürfen Linemen nicht.

-Center: Ein Linemen mit Spezialfunktion. Der Center beginnt den Spielzug. Er ist der mittlere Linespieler und hält den Ball vor sich am Boden. Sobald er ihn zwischen seine Beine zum Quarterback übergibt (Snap), beginnt der Spielzug. Vorher darf sich kein Offensespieler vorwärts bewegen und kein Defensespieler darf attackieren.

-Tight End: Der Tight End ist in der Regel sowohl groß und schwer, aber auch atletisch. Er reiht sich direkt an die Line und kann sowohl blocken, aber auch einen Pass empfangen.

-Receiver: Die Receiver sind die klassischen Passempfänger. Sie laufen, auf den Meter genau, definierte Passrouten und in der Regel stehen mindestens 2 Passempfänger auf dem Feld, damit der Quarterback mehrere Anspielstationen hat.

-Half Back: Ein sogenannter Running Back. In der Regel eher etwas kleiner, dafür flink und wendig erläuft sich der HB die Yards Meter für Meter. Er muss hierfür entweder direkt durch die Mitte der Line, kann aber auch über außen laufen. Die Line versucht ihm ganz gezielt die Laufwege freizuhalten, damit er möglichst spät zu Boden gebracht wird. Auch der HB darf als Passempfänger genutzt werden.

-Full Back: Er ist etwas größer und schwerer als der HB und dient auch meist als sein direkter Vorblocker. So hat der HB mehr Luft zum Laufen. Er kann allerdings auch selbst den Ball tragen oder Pässe empfangen. Bei Pässen dient er in der Regel aber als persönlicher Schutz des QB’s, um Defensespieler abzuhalten, die es schaffen durch die Offense- Line zu brechen.

-Kicker/Punter: Der Kicker schießt die Field Goals, kann also aus dem Spielgeschehen heraus versuchen, den Ball durch die Torstangen zu treten und somit 3 Punkte zu erzielen. Ebenso als PAT, oder Extrapunkt, nach einem gelungenem Touchdown.

Defense:

-Defensive Linemen: Auch hier haben wir eher die großen und schweren Jungs stehen, die auch physisch den Offense Linemen Paroli bieten können. Je nach Spielformation könnte beispielsweise ein sogenannter zentraler Noseguard direkt vorm Center stehen und über die Mitte Druck ausüben. Man hat in der Regel Defensive Ends, die über die äußeren Offensive Linemen versuchen in das Backfield der Offense zu stoßen und den Spielzug zu beenden, bevor er sich entwickeln kann.

-Linebacker: Rückraumspieler, die von der Statur zwar groß und kräftig sind, aber auch schnell und agil. Ihre Priorität ist die Abdeckung der Laufspielzüge, das heißt, dass sie vor allem auf den Quarterback und die Running Backs fokussiert sind. Hinter der Defense Line aufgestellt, decken sie (je nach Formation zwischen 3-5) den inneren Spielfeldbereich bis etwa 10Yards Tiefe ab. Sie müssen neben der Laufverteidigung allerdings auch die Passverteidigung in ihrem Bereich gewährleisten. Ein Linebacker muss demnach lernen, den Spielzug der Offense zu lesen, also einschätzen können, ob sich ein Pass- oder Laufspielzug entwickelt und dann dementsprechend handeln.

-Defensive Backs: Der Name ist Programm. Die sogenannten Defensive Backs sind vor allem dazu da, ab 10Yards hinter der Anspiellinie das Backfield freizuhalten. Hier haben wir zum einen CornerBacks, die den direkten Gegenpart des Recievers stellen. Sie versuchen möglichst genau die Passroute zu spiegeln und dem jeweiligen Reciever am Ende am Fangen des Balls zu hindern, bzw direkt den Tackle zu machen. Zum anderen gibt es 1-2 sogenannte Safties. Sie stehen ziemlich „tief“ und sind als letzte Instanz dafür zuständig, diejenigen aufzuhalten, die durch die ersten Verteidigungsebenen gelangen.


Woher wissen die denn alle, was sie machen müssen?

Jede Mannschaft hat ihre eigenen, ganz genau choreografierten Spielzüge – diese sind im Playbook einer Mannschaft festgelegt. Man kann sich daher Football in etwa wie Schach vorstellen, nur etwas rabiater.

Die Offense besitzt verschiedene Pass- und Laufspielzüge, in denen diverse Pass- und Laufrouten kombiniert werden. Außerdem gibt es Trickspielzüge, um den Gegner zu verwirren. Offeneseplays sind immer ganz genau einstudiert und jeder Spieler hat ganz klar definierte Laufwege und Blockschemata, die er beherrschen muss. Dafür wird dies aber auch in der Saisonvorbereitung intensiv studiert.

Die Defense besitzt ebenso Spielzüge, die aber in den meisten Fällen nicht so starr sind wie die der Offense. Die Defense muss sich schließlich flexibler und individuell auf das jeweilige Play der Offense einstellen und direkt adäquat reagieren können. Hauptaufgabe ist es, das Spiel der Offense zu stören und den Ballträger möglichst früh zu Fall zu bringen.

Auf dem Feld versuchen sowohl Offense als auch Defense, sich über die Auswahl der aktuellen Spielzüge auf den Gegner einzustellen, um ihn zu überlisten, zu überwinden und anschließend den Drive für sich gewinnen zu können.

Wie bekomme ich den Ball nun in 4 Downs 10 Meter nach vorne und wann stoppt der Spielzug?

Grundsätzlich unterscheiden wir Pass- und Laufspielzüge. Der Spielmacher (Quarterback) kann demnach selbst versuchen, mit dem Ball nach vorne zu laufen oder den Ball einem Runningback aus dem Rückraum/Backfield übergeben, der dann für ihn läuft. Außerdem darf der Quarterback auch einen Pass werfen. Hierfür hat der seine Reciever als Anspielstationen. Jedes mal, wenn der Ballträger mit seinem Knie den Boden berührt, endet der Spielzug an eben dieser Stelle. Hier ist es in Deutschland egal, ob er ausgerutscht ist, oder durch die Defense zu Fall gebracht wurde.

Wird ein Ball beispielsweise nicht gefangen, ist der Spielzug „incomplete“ und der nächste Versuch startet am letzten Ausgangspunkt. Gelingt kein First Down, wechselt das Angriffsrecht. Fängt die Defense den Ball ab, wechselt auch das Angriffsrecht.

Nach dem 4. erfolglosen Versuch wechselt das Angriffsrecht. Um aber dem Gegner eine möglichst ungünstige Ausgangsposition zu bereiten, kommt nun der sog. „Punt“ in Frage. Es wird also das Angriffsrecht abgegeben, indem versucht wird, den Ball möglichst nah an die gegnerische Endzone zu treten. Die Defense fängt ab und ist jetzt automatisch Offense. Nun erläuft sich der „Punt-Returner“ die endgültige Ausgangsposition für den 1. Versuch der gegnerischen Offense.

Und von neuem beginnt ein „Drive“, also eine Serie von Downs, in denen die gegnerische Offense das Angriffsrecht hat.


Und warum wirft der Schiedsrichter so viele gelbe Flaggen und unterbricht ständig das Spiel?

American Football hat, wie jeder Sport, gewisse Regeln. Wird eine dieser Regeln gebrochen, so wirft derjenige Schiedsrichter, der das Foul gesehen hat eine gelbe Flagge. Je nach Vergehen wird nun eine Strafe angesetzt. Strafen treffen im Football immer das gesamte Team. Es geht nämlich immer eine bestimmte Anzahl von Yards, bzw. Meter in die ungünstigste Spielfeldrichtung.

SChirizeichen

Im Detail ist es zum Beispiel so: Ein Defense Linebacker greift dem Running Back während des Tackles ins Gesichtsgitter seines Helmes und bekommt für den illegalen Griff ins Facemask 15Yards Strafe. Die Offense profitiert nun davon, da automatisch der nächste Versuch 15Yards weiter vorne stattfindet und in diesem Falle sogar mit First Down, also 4 neuen Versuchen 15 Yards weiter vorne. Die Defense hat es dadurch nun etwas schwerer den Touchdown zu verhindern.

Im Gegensatz dazu, wenn etwa ein Offense-Lineman einen Defense- Spieler in den Rücken blockt, so muss die Offense den Spielzug 10 Yards weiter hinten wiederholen, da es 10 Yards Strafe gibt und der aktuelle Versuch annulliert und wiederholt wird. Eventuell muss die Offense nun 15 oder gar 20 Yards für ein First Down überwinden, denn eine Strafe gegen die Offense wird immer addiert zu den noch zu laufenden Yards.

Man kann übrigens eine Strafe ablehnen, wenn sie einen taktischen Nachteil bringen würde. Dies obliegt dem Trainer oder Teamkapitän des jeweiligen Teams, das gefoult wurde.

Strafen gibt es für illegale Kontakte (Griff ins Gesichtsgitter, Helm- zu-Helm-Kontakt, Griff in das Shoulderpad – von Hinten kommend -, tiefes Blocken, festhalten eines Defensespielers, Block in den Rücken, usw…, sowie für illegale Formationen; sprich 10, oder 12 Mann auf dem Feld, eine falsche Anzahl von Offense Spielern an der Line of Scrimmage. Zu frühes Starten (Bewegung der Offense vor dem Snap, Kontakt der Defense vor dem Snap). Aber auch für normale Unsportlichkeiten auf dem Feld, sowie an der Seitenlinie. Gegenüber Spielern oder Schiedsrichtern.

Generell wird immer das gesamte Team mit Yards bestraft, doch bei schweren Vergehen kann auch ein Spieler vom Feld fliegen, also „ejected“ werden und muss den Spielbereich und die Teamzone verlassen.